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Gedenken der im Verkehr getöteten Kinder

Brennendes Auto   Brennendes Auto   Verkehrsunfall   Verkehrsunfall

per pedes e. V. und der VCD Brandenburg gedenken alljährlich gemeinsam in Prozessionen, Kranzniederlegungen und Gottesdiensten der im Verkehr getöteten Kinder.

Am Volkstrauertag fand ein Gottesdienst mit Pfarrer Gehrke Pachali in der Kirche in Glienicke statt. In ihrer abschließenden Rede stelle per pedes - Vorstandsmitglied Linde Wagner eindringlich den Zusammenhang zwischen den kindlichen Verkehrsopfern und der Notwendigkeit einer Verkehrswende dar:

„Kinder sind spontan, lebhaft, neugierig. Sie wollen sich frei bewegen, zu Fuß, mit Rollschuhen, Skatern, Rollern und mit dem Rad - und zwar sowohl auf ihren Wegen zur Schule, zur Kita, als auch in ihrer Freizeit. Die Freude an der Bewegung bildet die Grundlage für ihre freie Entfaltung, für ihre Entwicklung ihrer umfassenden körperlichen, psychischen und geistigen Kompetenzen.

Inwiefern trägt die automobile Gesellschaft den Bedürfnissen der Kinder Rechnung? Was ist aus ihren Bedürfnissen geworden?
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat beschreibt die Situation mit folgenden Worten:
"Der Straßenverkehr ist für das Leben und für die Gesundheit der kleinen Verkehrsteilnehmer gefährlicher geworden als Infektionskrankheiten".

2005 sind in Deutschland ca. 36 700 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr verunglückt, 159 sind gestorben. Der Tod eines jeden Kindes bedeutet einen tiefen Einschnitt für diejenigen, die mit diesem Verlust weiterleben müssen.

Nun sind die Zahlen der im Straßenverkehr getöteten Kinder seit Jahrzehnten rückläufig. Glücklicherweise.
Diese Entwicklung wird vom ADAC bis zum Verkehrssicherheitsrat auf die erfolgreiche Unfallprävention, d.h. auf das Ausrichten der Kinder auf die Bedürfnisse des Verkehrs zurückgeführt. Diese Konzepte finden ihren Niederschlag in Kleidungsempfehlungen, der Erarbeitung von Schulwegplänen, dem Abstecken von Spielbereichsgrenzen, der begleiteten Mobilität (Mama-Taxis kutschieren...). In der Verkehrserziehung wird versucht, Kinder, deren Verhalten in einem Vortrag des Verkehrsgerichtstages 1998 als "riskant und wenig zuverlässig" bezeichnet wird, verkehrskompatibel zu machen. Dass ihre körperlichen, psychischen und geistigen Fähigkeiten zumindest bis zum 12. Lebensjahr nicht verkehrsgerecht sind, stellt Verkehrserzieher, -planer und Juristen vor ein Dilemma.

Ein Dilemma, das dem Erfolg dieser Strategien Grenzen setzt. Ein Dilemma, das daran erinnert, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Soweit zum "Erfolg" der Unfallprävention.

Es gibt aber einen weiteren wesentlichen Grund für den Rückgang der kindlichen Unfall- und Todeszahlen im Straßenverkehr:
Die Kinder haben sich von Straßen zurückgezogen und sie haben Recht: Es gibt dort keine Freiräume mehr für sie, es gibt dort nichts mehr zu entdecken. Die Straßen, ob Hauptverkehrs- oder Gemeindestraßen, sind zu gefährlich.
Und wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. So nimmt der Mobilitätswahn der Erwachsenen, gepaart mit den kapitalistischen Verwertungsinteressen der Autoindustrie den Kindern die Freiheit der Bewegung und das Recht auf freie Entfaltung, die als Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung unabdingbar sind.

Kinder- und Jugendmediziner beklagen auf ihren Kongressen das zunehmende Übergewicht der Kinder und ihre Entwicklungsverzögerungen in Ballungszentren - beides Produkte von Bewegungsmangel.
Feinstaub, Ozon und Stickoxide nehmen den Kindern die Luft zum atmen.
Fossile Brennstoffe und andere wertvolle Ressourcen werden verschleudert, die nachfolgenden Generationen und den Kindern anderer Länder nicht (mehr) zur Verfügung stehen.


Die Forderung nach einer Verkehrswende ist aktueller denn je.
Im Interesse der Kinder,
im Interesse dieser einen Welt.
Die toten Kinder ermahnen uns, dafür weiter zu streiten.“

Fotos: ferry

per pedes e.V.

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